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Kernthemen

Kurzporträt

Die Sanierung der Alten Schule ist ein äußerst gelungenes Beispiel, sowohl für die technische Ausführung, als auch für das zeitgemäße und nachhaltige Nutzungskonzept. In ländlichen Gemeinden verändert sich der Bedarf an Mietwohnungen, gerade bei jüngeren und älteren Menschen. In Kellmünz haben sie mit dem Umbau der alten Schule wieder eine Perspektive, in ihrem Heimatort bleiben zu können, während der Ortskern aufgewertet und belebt wird.

Kurzportrait
Geschichte des Objektes
In Kellmünz an der Iller, zwischen Ulm und Memmingen, wurde 1856 im Ortskern ein neues Schulhaus gebaut. Diese Schule hatte ein Klassenzimmer, eine Wohnung für den Lehrer, eine Stube für den Hilfslehrer und einen landwirtschaftlich genutzten Anbau. Damals lebten etwa 500 Einwohner in Kellmünz. Schon 1885 ist die Schule um ein weiteres Klassenzimmer und ein Lehrerzimmer im Anbau erweitert worden. Während des 2. Weltkrieges wurde das Schulhaus dann schwer beschädigt und zunächst wieder aufgebaut. Im Laufe der Jahre folgten mehrere Umbauten, bis in den 60er Jahren das Rathaus einige Räume beanspruchte. Zuletzt wurde eine Postdienststelle eingerichtet und die Räume im Haus standen den Vereinen und Gruppen zur Verfügung. Nach dem Umzug der Schule in ein neues Schulhaus, wurde die nun Alte Schule nur noch selten genutzt und drohte zu verfallen.

Motivation
Der Bauherr, ein gebürtiger Illertisser zog 1998 nach Kellmünz und hat sich lange für das alte Schulhaus und eine sinnvolle weitere Nutzung interessiert. Ein glücklicher Umstand war außerdem, dass der Bauherr schon Erfahrungen bei der Sanierung anderer Objekte gesammelt hatte. Nicht zuletzt war es dem Bauherrn besonderes wichtig, das geschichtsträchtige Gebäude zu erhalten und ihm eine nachhaltige Funktion zu geben. Als sich einige ältere Mitbürger davor scheuten, in ein Wohnheim außerhalb von Kellmünz zu gehen, gab dies den Entschluss für den Bauherrn, aus der alten Schule ein seniorengerechtes Wohnhaus zu gestalten, in dem aber auch junge Menschen wohnen können; dies war sowohl sinnvoll als auch nachhaltig. Zudem erfüllte die Sanierung ein Ziel der seit 2003 laufenden umfassenden Dorferneuerung: den Erhalt und die Umnutzung der Alten Schule. .

Sanierungsgeschichte

Planung und Partner
  • Architekt, Christian Anders, Kellmünz
  • Statiker, Bernhard Kraus, Altenstadt
  • Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben
  • Markt Kellmünz

Bauverlauf und Besonderheiten
  • Das gesamte Gebäude wurde barrierefrei und seniorengerecht geplant und ausgebaut
    • 6 Wohnungen mit insgesamt 440m² Wohnfläche
    • Einbau eines Aufzuges
    • Breite Wohnungstüren
    • Grundrisse und Bäder barrierefrei
    • Zugänge zu Balkonen und Aufzügen barrierefrei
  • Energetische Sanierung entsprechend der Energie-Einsparverordnung
  • Die statische Struktur war durch die vielen Umbauten nicht mehr eindeutig erkennbar und musste grundlegend überarbeitet werden
  • Bauverlauf
    • Entkernung des Gebäudes
    • Erneuerung sämtlicher technischer Einbauten
    • Montage eines Wärmeverbundsystem auf die Fassade
    • Erneuerung der Fenster und Türen
    • Befestigung von neuen Balkonen auf der Südseite mit Blick ins Illertal und auf die Alpen
  • Gestaltung des Hofraumes
  • Gartengestaltung mit einem zentralen Bereich für alle Bewohner

Bauzeit
  • Anfang 2007 Beginn der Planung
  • Mitte 2007 Beginn der Bauarbeiten
  • Juli 2008 Fertigstellung und Tag der offenen Tür
Finanzierung
  • Gesamtkosten ca. 1 Mio. €
  • Fördermittel und Zuschüsse
    • Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben 28.000 €

Meilensteine

Auszeichnungen und Preise
Anerkennung, Staatspreis 2009 „Dorferneuerung und Baukultur“ des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Resümee

Aus Sicht des Bauherren
Durch die sich verändernde demografische Struktur in unserer Bevölkerung ergeben sich auch und vor allem im ländlichen Raum geänderte Anforderungen. Die Lebenserwartung ist deutlich gestiegen und viele Senioren bleiben bis ins hohe Alter rüstig genug um sich selber versorgen zu können ohne betreute Einrichtungen in Anspruch nehmen zu müssen.
Gleichwohl wird die Bewirtschaftung des eigenen Haus oder Hof mit Garten zu einer hohen Belastung, da Kinder oder andere Angehörige oft nicht mehr im gleichen Ort wohnen oder nicht Willens oder in der Lage sind mitzuhelfen. Trotzdem wollen sie die vertraute Dorfgemeinschaft, ihren Verein oder Stammtisch nicht missen.
Hierfür bieten sich altersgerechte, barrierefreie Wohnungen an, die möglichst im Ortskern liegen sollten. Dies ergibt Möglichkeiten für Investoren alte Gebäude einer neuen Nutzung zuzuführen.
Noch eine Bemerkung am Rande: Wer nicht schon eigene Erfahrung bei Planung, Ausführung und vor allem Bauaufsicht bei der Sanierung alter Gebäude hat, sollte sich unbedingt von versierten Leuten beraten lassen, die sich in diesem speziellen Metier auskennen - sonst übersteigen die Baukosten ganz schnell die ursprüngliche Kalkulation bei weitem.

SDL-Inform
Die Sanierung der Alten Schule ist ein äußerst gelungenes Beispiel, sowohl für die technische Ausführung, als auch für das zeitgemäße und nachhaltige Nutzungskonzept. In ländlichen Gemeinden verändert sich der Bedarf an Mietwohnungen, gerade bei jüngeren und älteren Menschen. In Kellmünz haben sie mit dem Umbau der alten Schule wieder eine Perspektive, in ihrem Heimatort bleiben zu können, während der Ortskern aufgewertet und belebt wird.

Ansprechpartner

Rainer Butzbach
Objektadresse:
Rechbergring 33
89293 Kellmünz a. d. Iller

Tel.: 0 83 37 / 75 58 76

Kernthema: Baukultur

Die Sanierung der Alten Schule ist ein äußerst gelungenes Beispiel, sowohl für die technische Ausführung, als auch für das zeitgemäße und nachhaltige Nutzungskonzept. In ländlichen Gemeinden verändert sich der Bedarf an Mietwohnungen, gerade bei jüngeren und älteren Menschen. In Kellmünz haben sie mit dem Umbau der alten Schule wieder eine Perspektive, in ihrem Heimatort bleiben zu können, während der Ortskern aufgewertet und belebt wird.

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