Projektansicht

Kurzporträt

Kirchanschöring (ca. 3250 Einwohner) ist eine Gemeinde im oberbayrischen Landkreis Traunstein. Die Gemeinde befindet sich im Rupertiwinkel und grenzt an das Ostufer des Waginger Sees. Die Landschaft in Kirchanschöring ist voralpin geprägt und wurde von der letzten Eiszeit geformt. In Kirchanschöring spielt die kleinstrukturierte, bäuerliche Landwirtschaft seit jeher eine wichtige Rolle. Die Gemeinde hat sich bereits in den 90er Jahren intensiv mit ihrer Entwicklung auseinandergesetzt. Unter dem Motto „Dorf in Bewegung“ wurde in den Jahren 1993 – 2003 die Dorferneuerung durchgeführt.

Im Hauptort konnte ein gelungener Sanierungsprozess abgeschlossen werden. Die Ortsmitte wurde durch die Dorfentwicklung so umgestaltet, dass ortsbildprägende Gebäude (Bürgersaal, Pfarrzentrum, Saliteranwesen) deutlich aufgewertet wurden. Vor allem die Änderung der Ortsdurchfahrt, die eine Verkehrsberuhigung bewirkte sowie eine stimmige, naturnahe Begrünung des Ortskerns verbesserten das Gesamtbild der Gemeinde.

Angesichts des umfassenden Strukturwandels und der demographischen Entwicklung stellt sich die Frage, wie künftigen Herausforderungen begegnet werden soll und welche Wege zum Ziel führen.

Meilensteine

Im Rahmen der Dorferneuerung Kirchanschöring wurde bereits in den 90er Jahren ein intensiver Beteiligungsprozess gestartet, der das Ziel verfolgte, alle beteiligten Bürger, Verwaltungen sowie den Gemeinderat einzubinden.

Weitere Meilensteine:
  • Gemeinderatsklausur (2012); Start eines neuen Beteiligungsprozesses
  • Dialogplanung „Haus der Begegnung“ 2013
  • Vergabe eines Gemeindeentwicklungskonzeptes durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern; Klausurtagung der SDL Thierhaupten zum Start (2014)
  • Betrachtung und Vernetzung aller Bereiche – unter dem Motto „Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring“. Auswertung bereits vorhandener Gutachten, Neubewertung und Zusammenführung zu einer praktikablen Strategie, Anknüpfen an das bisher Erreichte
  • Festlegung auf ein Handlungsprogramm mit sieben Sofortmaßnahmen und entsprechenden Organisationsstrukturen
  • Gestaltung eines transparenten Entwicklungsprozesses
  • Eröffnung des Regionalladens „Bio-Michi“ (2015)
  • Engagement bei interkommunalen Entwicklungskonzepten; Integration des Gemeindeentwicklungskonzeptes in die Ziele des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILE) Waginger See – Rupertiwinkel und "Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel", "TG Waginger-Tachinger See", "Boden:ständig" sowie in weiteren interkommunalen Verbänden
  • Gründung einer Wohnbaugesellschaft; Kommunales Wohnbauprogramm
  • Einweihung des Hauses der Begegnung (2018)
  • Öffentliche Anerkennung:
    • Bundesgoldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ (2004)
    • Förderpreis kommunale Seniorenpolitik vom Bayerischen Sozialministerium (2010)
    • Erste Gemeinwohlgemeinde in Deutschland; Auszeichnung Nov. 2018

Resümee

Die Gemeinde Kirchanschöring pflegt eine Kultur des Miteinanders und plant seine Projekte im Dialog mit allen Beteiligten. Durch die Dorferneuerung in den 90er Jahren wurde die Ortsmitte saniert und ansprechend gestaltet. Kirchanschöring erhielt durch den Erhalt der ortsbildprägenden Bausubstanz, der innovativen Neubauten, der Verkehrsführung und die naturnahe Begrünung einen besonderen, individuellen Charakter.

Dabei richtet die Gemeinde ihre Politik an den heutigen Herausforderungen aus. Das Gemeindeentwicklungskonzept „Leben und Wirtschaften“ basiert auf bestehenden Gutachten, die hinsichtlich Zielen, Projekten und Beteiligungsformen strategisch ausgewertet wurden. Vor allem klare Zieldefinitionen und Prioritäten ermöglichten einen schnelleren Einstieg in die Projektentwicklung.

Die ganzheitliche Planung und Vernetzung aller Themen führt zu mehr Verständnis und ist bezeichnend für den Entwicklungsprozess. Wichtige Erfolgsfaktoren sind Transparenz bei der Gestaltung, der Organisation und beim Management des Prozesses sowie die Fokussierung auf zukunftsrelevante Themen. Durch diese Strategie entsteht ein kreatives Milieu, aus dem zukunftsweisende Projekte resultieren, die zügig mit Partnern und Experten umgesetzt werden. Der in Kirchanschöring entwickelte Ansatz strahlt in die ILE Waginger See – Rubertiwinkel. Damit ist die Gemeinde auch Impulsgeber für die Entwicklung der gesamten Region.

Ansprechpartner

Hans-Jörg Birner, Erster Bürgermeister
Gemeinde Kirchanschöring
Rathausplatz 2
83417 Kirchanschöring

Telefon 08685/77939-0
Telefax 08685/77939-30
gemeinde@kirchanschöring.de
http://www.kirchanschoering.info/

Kernthema: Innenentwicklung

Im Rahmen des Gemeindeentwicklungsprojektes geht es um die Belebung der Ortskerne, um Nachnutzungen von Leerständen sowie um den Flächenverbrauch.

Visionen von Bürgern und Gemeinde:
  • Revitalisierung der Ortskerne
  • Verantwortungsvoller Umgang mit den Flächen
  • Dialogplanungen
Durchgeführte Maßnahmen:
  • Gemeinderatsbeschluss; zurückhaltende Ausweisung von neuen Bauflächen
  • Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan
  • Mobilisierung bestehender Baulücken
  • Erstellung eines Flächenkatasters
  • Konzeptentwurf des „Hauses der Begegnung“ im Ortszentrum
  • Gründung einer kommunalen Wohnbaugesellschaft zur Errichtung von Wohnraum und zur Umsetzung des Projektes „Haus der Begegnung“
  • Unterstützung und Begleitung des Regionalladens „Bio-Michl“ als Vollsortimenter
  • Erwerb des Bahnhofs durch die Gemeinde; Umnutzung als Jugendtreff
Erfolg
Die Gemeinde Kirchanschöring hat ein ansprechendes und lebendiges Ortsbild, das moderne Nutzungen und Traditionelles in Einklang bringt.

Kernthema: Landwirtschaft

Die Gemeinde Kirchanschöring schenkt der Landwirtschaft und der Kulturlandschaft als wertvolles Gut gebührende Aufmerksamkeit. Der interkommunalen Zusammenarbeit wird sehr hohe Priorität eingeräumt.

Visionen von Bürgern und Gemeinde:
  • Steigerung der Wertschöpfung in der Landwirtschaft; Produktion von gesunden Lebensmitteln
  • Schutz der bäuerlichen Kulturlandschaft durch interkommunale Zusammenarbeit
  • Unterstützung des Nahrungsmittelhandwerks
  • Überwindung von ideologischen Gräben; Bewusstseinsbildung
  • Förderung regionaler Kreisläufe und Aufbau von regionalen Vermarktungsstrukturen
  • Vernetzung von Landwirtschaft, Handel und Konsumenten
  • Impulse für die Öko- Modellregion „Waginger See – Rupertiwinkel“
Durchgeführte Maßnahmen:
  • Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan
  • Öffentlicher Infomarktplatz mit der Gründung von Projektgruppen
  • Regionalmarkthalle; Aufstellung eins Arbeitsprogramms Bürgerbefragung, Bedarfsermittlung
  • Info-Veranstaltungen zu alternativen Einkommensmöglichkeiten
  • Erstellen einer Bio–Direktvermarkterliste
  • Schulprojekt in Kooperation mit Landwirten und einer regionalen Mühle: „Vom Korn zum Brot“
  • Erstellung eines kommunalen Grünflächenpflegeplans zur Verbesserung der Diversität auf öffentlichen Flächen
  • Gemeinsames Projekt der ILE-Gemeinden „Biotopvernetzung-Wanderkorridore“
Erfolg
Die Gemeinde unterstützt durch Öffentlichkeitsarbeit sowie durch verschiedene Aktionen die Direkt- und Regionalvermarktung sowie die Umstellung auf Ökolandbau. Zur Pflege und Weiterentwicklung der Landwirtschaft und Kulturlandschaft werden interkommunale Lösungen angestrebt.

Kernthema: Miteinander

Die Gemeinde Kirchanschöring will die Lebensqualität im Ort erhalten und für alle Generationen verbessern. Bereits im Jahr 2006 wurde der Verein „Haus der Begegnung“ gegründet.

Visionen von Bürgern und Gemeinde:
  • Das Miteinander der Generationen stärken
  • Wohnen im Alter auch im gewohnten sozialen Umfeld ermöglichen
  • Hauptort als soziales Zentrum in der Gemeinde stärken
  • Unterstützung sozial schwacher Bürger
  • Sicherung des Schulstandorts
  • Dialogplanungen
Durchgeführte Maßnahmen:
  • Öffentliche Auftaktveranstaltung zur Etablierung eines Nutzungskonzeptes für das Haus der Generationen
  • Bürgerwerkstatt mit unterschiedlichen Nutzungsszenarien 2013
  • Nutzungsvorschläge durch den Arbeitskreis und Empfehlung an den Gemeinderat
  • Sozialbüro im Rathaus zur Koordination von Seniorenbetreuung, Kinderbetreuung und Hilfsdiensten
  • Gründung eines Helfernetzwerks zur Betreuung von Senioren und Kindern sowie Hilfen im und rund ums Haus
  • Gründung eines Helferkreises zur Unterstützung von Asylbewerbern; Projektpaten für Flüchtlinge
  • Offene Jugendarbeit
  • Erwerb des Bahnhofes durch die Gemeinde; Umnutzung als Jugendtreff
Erfolg
Die Gemeinde agiert weitsichtig in allen sozialen Fragen und bezieht ihre Bürger mit ein. Die sozialen Angebote sind vielfältig und an die Bedürfnisse und Ansprüche jeder Altersgruppe angepasst.

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