Nachrichten
  • Gattendorf erstrahlt in neuem Licht

    • Erstellungsdatum: 21.11.2018
    • Regierungsbezirk:
      Oberfranken
Die oberfränkische Gemeinde Gattendorf hat ihre Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt. Mit der erzielten Einsparung ist Bürgermeister Stefan Müller sehr zufrieden.

Gattendorf ist ein Vorreiter in der Umrüstung auf energieeffiziente LED-Beleuchtung. 2013 ließ die Gemeinde in der Nähe von Hof umrüsten, nachdem sie die Straßenbeleuchtung rekommunalisiert, also das Leitungsnetz vom Netzbetreiber in ihr Eigentum zurückgeholt hatte. Laut Bürgermeister Stefan Müller war dies kein Problem, und mit der erzielten Energieeinsparung ist er sehr zufrieden. Der Auslöser für die Modernisierung war das Energiekonzept für Gattendorf, in dem diese Maßnahme empfohlen wurde. Das Planungsbüro EVF-Energievision Franken hat in dem von ihm erstellten Energiekonzept gleich eine Wirtschaftlichkeitsberechnung mit vorgelegt. Demnach kann durch die Umstellung auf LEDs eine rechnerische Stromeinsparung von 70 bis 80 % erreicht werden. Nach neun Jahren soll sich die Umrüstung amortisiert haben. Auf 20 Jahre gerechnet soll die Gemeinde 320.000 Euro Stromkosten einsparen.

Als das Bundesumweltministerium 2013 eine Förderung von 25% für die Umrüstung von Straßenlaternen gewährte, war dies der Startschuss. „Da haben wir nicht mehr lange überlegt, sondern beschlossen, es anzugehen“, sagt Bürgermeister Müller. Ein weiterer Grund war die dadurch erzielte CO2-Einsparung - ein Beitrag zum Klimaschutz, den die Kommune damit leisten kann. In dem Dorf mit ca. 1.100 Einwohnern gab es einen bunten Mix an Leuchten, darunter Langfeldleuchten mit Leuchtstoffröhren, Natriumdampf- und Quecksilberdampflampen. Letztere sind zwischenzeitlich verboten.

Die Straßenbeleuchtung war zu der Zeit noch im Eigentum des Netzbetreibers. „Der Netzbetreiber hat uns zwar davon abgeraten, die Beleuchtung wieder selbst zu übernehmen, aber davon haben wir uns nicht abhalten lassen“, so Müller. Die Rekommunalisierung sei dann auch nicht schwierig gewesen, nur ein bis zwei Monate habe es gedauert. Das Netz wurde ihnen übereignet, wofür nicht einmal Geld aus der Gattendorfer Kasse fließen musste. Mit der technischen Betreuung hat die Kommune Hof Energie & Wasser, das ehemalige Stadtwerk von Hof, beauftragt.

Wegen der Straßenausbausatzung musste die Kommune die Bürgerinnen und Bürger, die in den betroffenen Straßen leben, an den Kosten für die Umstellung beteiligen. Müller erinnert sich: „Das gab ein bisschen Unmut, aber wir haben es durchgesetzt. Immerhin spart die Gemeinde nun Geld.“

Die Umrüstung der Leuchten hat circa vier Monate gedauert. Unterstützt wurde die Kommune vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken, die auch einen Zuschuss zum Energiekonzept gewährt haben, und dem Planungsbüro EVF-Energievision Franken. Zunächst wurden Lichtmessungen gemacht, dann wurde ein Beleuchtungskonzept mit konkreten Plänen erstellt. Anschließend wurden passende Leuchten ausgewählt und ausgeschrieben – die Entscheidung fiel auf einen regionalen Anbieter - und ein Handwerksbetrieb beauftragt.
179 Lichtpunkte wurden mit LED-Leuchten umgerüstet. Das sind alle Straßenlaternen in Gattendorf. Die Masten blieben stehen, es wurden nur die Köpfe gewechselt.

Die Zahlen, die EVF-Energievision Franken vorab vorgelegt hatte, sind nach Aussagen von Müller bislang eingetroffen. „Ich würde jedem raten, es so schnell wie möglich zu machen, es bringt nur Vorteile“, ist sein Fazit im Sommer 2018. Vor allen Dingen jetzt zur dunklen Jahreszeit hin, wenn die Tage wieder kürzer werden und der Bedarf für elektrische Beleuchtung steigt, schlägt der Einspareffekt umso deutlicher zu Buche.
Das Infoportal LAND wird gefördert von der BAYERISCHEN VERWALTUNG FÜR LÄNDLICHE ENTWICKLUNG    Ländliche Entwicklung in Bayern